19:16h, Dienstag 22.04.2008
Jungtiere im Ästlingsstudium
Hände weg von jungen Eulen!
Osnabrück. Jetzt beginnt wieder die Zeit, in der junge flauschige Eulen auf Ästen oder am Boden im Wald hocken und scheinbar aus dem Nest gefallen sind. Diese Küken sind nicht verlassen, sondern das so genannte „Ästlingsstadium“ gehört zur normalen Vogelaufzucht. Die Tiere werden weiterhin von den Eltern betreut und gefüttert. Wohlmeinende Menschen nehmen diese vermeintlichen Waisenkinder mit und unterbrechen damit die natürliche Aufzucht. Was soll man also tun, wenn man so ein Eulenkind sieht? Sitzt das Küken am Boden oder mitten auf dem Weg, kann man es vorsichtig auf einen Ast oder Busch etwas weiter in Deckung setzen. Die Eltern sind in der Nähe und beobachten ihr Junges.
Auch im Zoo Osnabrück brüten Eulen in alten Bäumen und ein Waldkauz-Junges war auf das Hünengrab und später, wohl durch Mitnahme ins Tal der Grauen Riesen geraten. Schließlich wurde es von Besuchern als Waisenkind im Vogelrevier abgegeben. Die Vogelpfleger päppelten das Küken zunächst zwei Tage lang, fanden aber nach langem Suchen doch die Bruthöhle der Waldkäuze, vor der noch ein weiteres Küken auf einem Ast hockte. Das Pflegekind wurde dazu gesetzt, und schon am Abend konnten die Pfleger beobachten, wie sich die zwei aneinander kuschelten und den dazugekommenen Altvogel anbettelten. So scheint es im Schölerberg doch noch zu einem Happy End in der Eulenfamilie gekommen zu sein.michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Dienstag, dem 22. April 2008 um 19:16 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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