11:12h, Samstag 31.07.2010
Vorsicht bei Insektenstichen: Erste-Hilfe-Tipps
Es summt, brummt und sticht
Herford. Ob am Badesee oder abends auf der Terrasse, das Summen der Mücken und Wespen ist wieder allgegenwärtig. Für die meisten sind sie schmerzhaft, aber harmlos: Insektenstiche. Für Allergiker besteht allerdings Gefahr. Ein Stich reicht aus, um bei Ihnen Kreislaufprobleme oder im schlimmsten Fall einen Schock auszulösen. Mit ein paar Tricks kann man sich vor den Quälgeistern des Sommers schützen.
Da Mücken meist nachtaktiv sind, heißen die einfachsten Schutzmaßnahmen ab der Dämmerung: lange Hose, langärmelige Oberbekleidung und Strümpfe oder Socken. Insektengitter an den Fenstern. Natürlich kann man auch zu den gängigen Abwehrmitteln auf Duftstoffbasis greifen. Besonders für Balkon und Terrasse eignen sich natürliche Repellent-Duftstoffe wie Citronella in Kerzen.
"Nach einem Mückenstich hilft Kühlung der Einstichstelle, am besten mit einem feucht-kalten Tuch. Eiswürfel eignen sich nicht, denn sie sind so kalt, dass es zu Erfrierungen kommen kann. Gels und Salben aus der Apotheke lindern den Juckreiz, wirken abschwellend und entzündungshemmend. Und auch wenn es schwer fällt - nicht kratzen! Dadurch entsteht eine Eintrittspforte für Erreger, die von den Fingernägeln aus übertragen werden und Hautinfektionen auslösen können", so Marion Conrad, Erste-Hilfe-Ausbilderin der Johanniter im Regionalverband Minden-Ravensberg. In unseren Breitengraden sind Mückenstiche zwar unangenehm, aber meist harmlos. Gefährlicher kann es bei Stichen von Bienen oder Wespen werden.
Laut Techniker Krankenkasse verursachen Wespen, Bienen und Co. in Nordrhein-Westfalen jährlich rund 1.000 Klinikbehandlungen.
"Ein Stich im Bereich des Mundraums kann schnell lebensbedrohlich werden, da unsere Schleimhäute empfindlich reagieren, anschwellen und möglicherweise die Atemwege verschließen", so Marion Conrad. "Als Sofortmaßnahmen sollte man Betroffenen die bei Bewusstsein sind, Eis lutschen lassen oder kalte Getränke in kleinen Schlucken geben. Auch feucht-kalte Umschläge, um den Hals helfen." Auf alle Fälle muss man die Notrufnummer 112 wählen - dies gilt nach einem Insektenstich auch, wenn eine Allergie bekannt ist, oder wenn der Gestochene über Atemnot klagt oder erbricht. "Allergiker sollten auch immer ein Notfallset mit Medikamenten bei sich tragen", so Meike Buchwald, Sprecherin der TK in NRW. Der beste Schutz ist allerdings, Stiche zu vermeiden.
Die Hautflügler ernähren sich von Blütennektar. Kein Wunder also, dass sie sich gern auf alles Süße stürzen, was wir auf den Tisch stellen. Wespen fliegen aber auch auf Schinken, Wurst oder Grillfleisch. "Man sollte sie also nicht in Versuchung führen und Speisen abdecken oder die Reste möglichst schnell abräumen", erklärt Meike Buchwald. Intensiv riechendes Parfum sollte tabu sein. Vorsicht ist auch beim Pflücken von Obst und Blumen geboten.
karla.salk
Der Beitrag wurde am Samstag, dem 31. Juli 2010 um 11:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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