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13:54h, Samstag 31.07.2010
Immer mehr Städte sparen bei der Straßenbeleuchtung

Und jetzt heißt es: Licht aus!


Herford. Licht ausmachen und Geld sparen - das gilt nicht nur zu Hause, sondern auch bei der Straßenbeleuchtung. Diese steht in vielen Städten Westfalens auf dem Prüfstand.
In der vergangenen Woche hat die Stadt Herford erstmals die Straßenlaternen in den Außenbezirken von 0 bis 5 Uhr abgeschaltet. 120.000 Euro pro Jahr soll diese Maßnahme sparen. Und Herford ist da kein Einzelfall.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young steht das Straßenlicht ganz oben auf den Sparlisten der Kommunen. 31 Prozent der Städte und Gemeinden planen demnach, Leistungen zu reduzieren - oft unter Protest von Bürgern, die um die Sicherheit im Straßenverkehr und auf den Gehwegen fürchten. Das öffentliche Licht einfach komplett abzuschalten ist jedoch gar nicht möglich, erklärt Martin Lehrer, Sprecher des Städte- und Gemeindebundes NRW: "Die Straßenbeleuchtung zählt laut Gesetz zur Daseinsvorsorge der Städte. Worin diese genau besteht, ist jedoch unklar. Die Grenzen sind fließend."

Als ideale Lösung für das Problem gilt die Umrüstung der Leuchttechnik, zum Beispiel auf energiesparende LED-Lampen. Doch nicht immer, so der Sprecher des Städte- und Gemeindebundes, seien die Kommunen die Eigentümer der Lampen und können über Investitionen entscheiden. Gerade in kleinen Städten sind häufig Energieversorgungsunternehmen verantwortlich. Eine weitere Hürde ist die Geldnot: Überschuldete Städte können nur unter strengen Vorgaben Kredite für die neue Technik aufnehmen.

Kreative Lösungen also sind gefragt: Über die Grenzen Westfalens hinaus bekannt wurde die Gemeinde Dörentrup im Kreis Lippe mit dem Projekt "Dial4Light". Hier können Bürger die Beleuchtung der einzelnen Straßenzüge per Handy anknipsen. Ein Anruf bei den Stadtwerken und ein Zahlencode genügen, um die gewünschten Laternen umgehend für 15 Minuten zum Leuchten zu bringen. Den Anrufer kostet das Licht auf dem Gehweg nur die Telefongebühr. Die weiteren Kosten, etwa für Strom, Montage und Lizenzen, übernimmt die Gemeinde. Die Investition soll sich bereits innerhalb eines Jahres durch niedrigere Energiekosten bezahlt machen, so die Stadtwerke Lemgo, die das Projekt entwickelten.

"Wie ein Lichtschalter", funktioniere der Service, verspricht Verkaufsleiter Bernd Klemme. 85 Prozent der Bürger würden mit dem System laut Umfragen gut zurechtkommen. Nach dem Testlauf in Dörentrup wird "Dial4Light" nun großflächig vermarktet. Viele deutsche Kommunen und über 30 Länder weltweit seien interessiert, so Klemme. Die Idee für das Projekt stamme von einem Bürger aus Lemgo und beruhe auf dem Prinzip der Beleuchtung im eigenen Schlafzimmer, sagt der Verkaufsleiter: "Da macht man das Licht ja auch nur an, wenn man es braucht."



karla.salk

Der Beitrag wurde am Samstag, dem 31. Juli 2010 um 13:54 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.


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