09:12h, Mittwoch 18.11.2009
Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums lernen alles über den
Jeder kann Lebensretter werden
Bad Oeynhausen. Fall 1: Ein Mann bricht in seiner Wohnung zusammen. Seine Tochter, mit Enkelkind auf dem Arm, alarmiert den Notarzt – und wartet dann im Nebenraum mit dem Kind auf das Eintreffen des Rettungswagens. So verstreichen oft lebenswichtige Minuten.
Fall 2: Eine Frau erleidet mitten im Einkaufszentrum einen akuten Herzinfarkt. Die Umstehenden rufen zwar den Notarzt, aber niemand wagt es, mit sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen.
Beispiele wie diese schildern Olaf Brandt, Feuerwehr Bad Oeynhausen, und Dr. Jost Niedermeyer, Chefarzt der Medizinischen Klinik I des Krankenhauses Bad Oeynhausen, um deutlich zu machen, wie wichtig es ist, schnell und richtig zu reagieren, wenn ein akuter Herzinfarkt eintritt. Im Rahmen des von der Deutschen Herzstiftung ausgerufenen Herzmonats informierten sie gemeinsam mit dem Leiter der Kardiologischen Intensivstation des HDZ NRW, Dr. Klaus-Peter Mellwig und seinem Team, rund 50 Schülerinnen und Schüler der Oberstufen- und Profilklassen des Immanuel-Kant-Gymnasiums im Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW. „Wir wollen in diesem Jahr besonders jüngere Menschen ansprechen und dazu auffordern, schnell einzugreifen, wenn jemand in ihrem Umfeld über Beschwerden klagt oder gar zusammenbricht,“ erläutert Dr. Jost Niedermeyer.
Welche Symptome auf einen Herzinfarkt hindeuten können und welche Risikofaktoren zu einem Herzinfarkt führen können, erklärt Niedermeyer den Schülern in einem Kurzvortrag. „Wir stellen leider immer wieder fest, dass die Beschwerden nicht richtig gedeutet werden und der Notarzt zu spät alarmiert wird,“ beschreibt Dr. Klaus-Peter Mellwig die Situation. Je mehr Zeit verstreicht, bis ein verschlossenes Herzkranzgefäß mit dem Katheter wieder geöffnet wird, umso größer ist das Risiko von bleibenden Herzmuskelschäden. In verschiedenen Workshops wird erläutert, wie Wiederbelebungsmaßnahmen richtig vorgenommen werden und wie die Rettungskette vom Anruf des Notarztes bis zum Eintreffen des Patienten im Herzkatheterlabor funktioniert. Interessierte Zuhörer finden die Experten auch in den Lehrkräften. Markus Scholz, Gesundheitsbeauftragter des Immanual-Kant-Gymnasiums, Anne Vonhören, Dr. Bernd-Heinrich Brand, Godehard Künemund, Ralf Prüßmeier und ihre Schüler erfahren, dass über 100.000 Menschen pro Jahr von einem akuten Herzinfarkt betroffen sind. Ein Drittel der Patienten stirbt, noch bevor das Krankenhaus erreicht wird. „112 wählen und wiederbeleben bis zum Eintreffen des Notarztes,“ fasst Olaf Brandt die lebensrettenden Maßnahmen zusammen: „Wer einen Herzinfarkt miterlebt, sollte beim ersten Verdacht sofort handeln und keine Hemmungen haben, die Rettung vielleicht umsonst zu alarmieren.“
michael.johannsmeier
Der Beitrag wurde am Mittwoch, dem 18. November 2009 um 09:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter Startseite, Lokales abgelegt.
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